ihr unterbewusstsein

Märchenhafte Tips zur Erziehung Ihres Bewußtseins

Wenn ein Krümelmonster der Mathematik begegnet

Tarun war gerade damit beschäftigt, seine Glaskisten zu polieren, als er der Luft einen bekannten Geruch entnahm. Zweifellos handelte es sich dabei um den Duft von Vanillekipferl.
Von seiner Beschäftigung durchaus angenehm unterbrochen sah er sich um, aus welcher Quelle dieses Stück gebackene Luft denn stammen möge.
Sein Blick fiel dabei auf einen orangenen Wollhaufen mit Armen und Beinen. Da dieser noch nicht gestrickte Winterumhang Tarun immer näher kam, nahm er an, daß der Duft dessen großen Tasche entströme. Nachdem diese aus Strickgarn gewundene Kugel so stark wankte, als würde sie abwechselnd von links und rechts von starke Windböen erfaßt werden, welche diese Kugel fast auf die Seite kippen lassen, konnte es sich nach Taruns Schätzung nur um eine Kreatur handeln: das sagenumwobene Krümelmonster.

Als das Krümelmonster vor Tarun stand, hob es nur kurz die Hand zum Gruße, um sich noch ein paar Londoner Schnitten, Hirschhornkekse und Nußecken hineinzustopfen. Tarun, regelrecht gebannt, wie man denn nur so viele Kekse auf einmal verdrücken könne, wartete geduldig, bis sein Gast jeden einzelnen Krümel verdrückt und verdaut hatte.
Endlich machte das Krümelmonster den Mund auf, um einerseits ein paar Kekse wieder loszuwerden, die offenbar in seinem Magen keinen Platz gefunden hatten und um das Gespräch zu eröffnen. "Mahlzeit, ich bin hier, um mit Dir eine mathematische Formel zu präsentieren."
Tarun war ja auf alles gefaßt, aber daß ausgerechnet das Krümelmonster mit ihm über mathematische Gleichungen sprechen wollte, kam der Frage eines nichtexistierenden Nikolaus gleich, wo er denn die Eier versteckt habe.

Das Krümelmonster verdrehte die Augen, und Tarun bemerkte, wie vom Kopf des Krümelmonsters leicht Rauch austrat, der die Frechheit besaß, sich unter den Duft der Kekse zu mischen.
Da sich das Krümelmonster keine Zigarette angesteckt hatte, mußte es sich offenbar um einen Denkvorgang handeln.
Minuten verstrichen.
Als Tarun befürchtete, daß sein Gegenüber womöglich eingeschlafen sein könnte, öffnete das Krümelmonster zum wiederholten Male den Mund, um die Energie seiner Stimmbänder in die Luft abzugeben.
"Eins und eins ergibt zwei, richtig?"

Tarun war vollkommen baff.
Einerseits fragte er sich, wie man ihn mit so einer überflüssigen Frage konfrontieren könne, andererseits versetzte es ihn in helle Aufregung, daß das Krümelmonster tatsächlich zu rechnen imstande sei.
Das Krümelmonster, sich immer noch stark konzentrierend: "Die Magier sind meine Freunde, und Freunde helfen einander."
Tarun hatte zwar nicht mitbekommen, wie das Krümelmonster und die Magier einige Schokoküsse mit Eierlikör auf gute Freundschaft aßen, aber er ließ das Krümelmonster fortfahren.
Das Krümelmonster, bei dem sich vor lauter Denkanstrengung einige Fasern entzündeten, holte weiter aus: "Die Magier haben die Macht des Saftes, und könnten folglich Kekse vom Himmel regnen lassen."
Tarun mußte ihm beipflichten: "Ja, die Magier haben's durchaus drauf"
Tarun bemerkte die Anstrengung des Krümelmonsters, welches nun zum finalen Schlag ausholte.
"Da die Magier meine Freunde sind und mir helfen, sorgen sie folglich für Kekse im Überfluß".

Tarun drohte nun vollkommen die Fassung zu verlieren. So ein schlauer Ausspruch aus einem Haufen Wolle? Gut, Tarun überlegte nochmals für einen Moment, woher denn das Krümelmonster wohl die Magier persönlich kennen würde, aber es konnte ihm egal sein. Und auch wenn er sich etwas über die Argumente des Krümelmonsters wunderte – sie waren dennoch durch und durch schlüssig.

So aßen das Krümelmonster und Tarun zusammen noch ein paar Klosterkipferl, bevor sich das Krümelmonster gen Heimat und Tarun zum Dorf der Magier aufmachten.

Am dritten Tage wards geschehn: Alle Steine auf Krümelmonsters Weg verwandelten sich in Kekse. Butterkekse, reine Schokoladekekse, Schweineöhrchen, Husarenkrapferl, Sahnewölkchen, Kaffeemakronen, Nußbusserl, Zimtsterne, Weihnachtswürfel, Sandscheiben und natürlich auch Glückskekse.

Es sei angemerkt, daß sich im Nachhinein der Wunsch des Krümelmonsters mehr als Fluch denn als Segen herausstellte. Er futterte tagaus und tagein so viele Kekse bis er zerplatzte.
Nun, jedes Krümelmonsters ist seines Keksgenusses eigener Schmied, aber dies soll Sie nicht davon abhalten, die wichtige Lehre aus diesem authentischen (…) Fall zu ziehen.

Sobald Sie selber erfahren haben, daß die Magier Ihre Wünsche verwirklichen, ist es ein leichtes zu sagen, daß sie jetzt z.B. für Ihren Keksgenuß sorgen, weil Sie sich mit den Magiern verbündet haben. Sehr simple, sehr effektiv.

Doch wenn Sie keine Lust haben, erst großartig Vertrauen zu den sagenumwobenen Kräften der Magiern aufzubauen und mühsam Beweisketten zurechtzulegen, sei Ihnen von Lumba berichtet.

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Kommentare zu diesem Artikel

HC: Diese Geschichte ist einzigartig. Hier ist die Funktion des Unterbewußtsein auf ganz simple Art erklärt. Ihr müßt unbedingt weitermachen. Diese Seite ist die Beste zu diesem Thema.
(12.06.2007 17:36 Uhr)
 
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