ihr unterbewusstsein

Rezeptvorschlag: Wunderpizza nach Hausmacherart

200 g Aufgeschlossenheit

Können Sie sich vorstellen, daß Schafskäse oder Senf auf eine Pizza paßt, oder daß Pizzateig aus Nudeln herstellbar ist? Ja? Und Sie würden das auch noch probieren?
Feine Angelegenheit, denn abgesehen davon, daß er tatsächlich Rezepte für eine Senfpizza oder eine Pizza, deren Boden aus zusammengepreßten, vorher gekochten Spaghetti besteht, läßt dies auch darauf schließen, daß Sie vielleicht trotz Ihrer großen Augen und Ihrem Stirnrunzeln angesichts solcher Variationen aufgeschlossen sind.

Und Aufgeschlossenheit ist auch unbedingt notwendig, um sich das zur Wunscherfüllung notwendige Wissen anzueignen und natürlich auch einzusetzen.

Natürlich, das Wort Aufgeschlossenheit, sofern man es auslebt, bringt automatisch Veränderungen mit sich, und allein bei diesem Wort läuft manch einem Zeitgenossen eine größere Schauer den Rücken herunter, als würde jemand ihm eine Pistole an den Kopf halten.
Doch falls Sie Angst vor Veränderungen haben, wenn Sie Risiken scheuen, die gar keine sind, und trotzdem einen Wunsch haben, den Sie sich erfüllen wollen, so kann Ihnen ganz leicht geholfen werden.
Wie? Nun, nehmen wir an, Sie sind gewohnt, Nudeln mit Ketchup zu essen. Das machen Sie schon seit Jahren so, weil Sie in den Medien lesen, dies sei eine gute Sache. Ihre Mutter macht das auch, die Omi macht das auch, ein Aushang bei der Gewerkschaft empfiehlt auch, Nudeln mit Ketchup zu essen, und auf Grund einer Werbeaktion ißt nun auch Michael Schumacher vor jedem Rennen einen Teller mit Nudeln und Ketchup.
Kurz: Sie sind es gewohnt, und es besteht auch überhaupt kein Grund, daß Risiko einer Variation einzugehen.
Und die Hilfe ist auch schon da: Spätestens dann, wenn Sie einen Wunsch haben, haben Sie den ersten Schritt zur notwendigen Aufgeschlossenheit getan. Oder um dies wieder in Tortelinie zu hüllen: Wenn alles Ketchup ausverkauft ist, auch der Nachbar mehr keins hat, Sie aber vor Hunger gleich Ihren Staubsauger verdrücken würden, spätestens dann werden Sie bereit sein, auch das Risiko einzugehen, im Supermarkt einen Euro auf das Band zu legen und eine Sauce für Spaghetti Cabonara zu kaufen.

Das Prinzip ist also ganz einfach: Die zur Wunscherfüllung notwendige Aufgeschlossenheit, und mögen Sie sich bisher noch sehr dagegen gesträubt haben, kommt ganz einfach durch die Zwangslage, einen Wunsch erfüllt haben zu wollen.

Natürlich kann es nun passieren, daß der Wunsch da ist, aber viel zu schwach, um wirklich diesen langweiligen sicheren Hafen zu verlassen. Falls dies bei Ihnen der Fall ist oder war oder sein wird, so ist die Lösung für dieses Problemchen genauso kostengünstig und einfach wie Schafskäse zu besorgen.
Im Falle des Käses bräuchten Sie keine eigene Schafsherde, sondern ein einzelnes blökendes, wolliges Ding würde vollkommen ausreichen.
(Kleiner Tipp am Rande: Wenn Sie so ein komplettes Schaf ungeschoren, aber mit geputzten Zähnen zwei Tage in den Ofen stecken und als Pizzabelag nehmen, könnte auch was Gutes dabei raus kommen. Was übrigens nicht bedeutet, Sie könnten auf frischen Hack (siehe nächste Seite) und Salami verzichten).
Im Falle fehlender Aufgeschlossenheit können Sie auch zu einer einfachen Lösung greifen, welche nicht gerade überraschend ausfällt: Steigern Sie Ihr Verlangen, solange, bis auch Ihr innerer Schweinehund begeistert ausruft, er wolle endlich neue Gewässer erkunden.

Bärbel Mohr zum Beispiel, Autorin des Buches "Bestellungen beim Universum", hatte zwar nicht mal das Verlangen nach bequemer Wunscherfüllung, und hatte derartige, ihrer Meinung nach abstrusen Möglichkeiten entschieden abgelehnt. Aber auf Grund eines kleinen Streites mit einer Bekannten hatte Sie den Wunsch zu beweisen, daß eine solche Wunscherfüllung nicht funktioniert (was man sich wünscht, bleibt jedem selber überlassen).
Sie öffnete Ihren Geist, nahm einen Schluck Lebenssaft und konzentrierte sich auf einen Lebenspartner, mit gewissen Eigenschaften, zu einem gewissen Datum, in der Meinung, daß dies nie und nimma funktionieren würde. Sie konnte von der Absurdität nicht überzeugt gewesen sein, denn sonst hätte Sie nicht zum festgelegten Zeitpunkt einen Mann mit den entsprechenden Eigenschaften kennengelernt.

Was lernen wir, besser gesagt Sie daraus (falls Sie es noch lernen müssen)? Hätte Bärbel Mohr die ganze Sache wirklich völlig abgelehnt, und sich auch gar nicht erst die Chance gegeben, dann hätte sich ihr schwächerer Wunsch (der Beweis, daß es keinen Lebenssaft gibt) auch erfüllt.
Aber so war es ja nicht, weil Sie dem Wissen die Möglichkeit gegeben hat zu zeigen, ob und was es in der Praxis bringt. Womit wir beim Hackfleisch wären.

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Kommentare zu diesem Artikel

Smaragda Kalfopoulos: ja, genau!! Ich möchte so und so leben und will mich nicht ständig durch Leute, die noch nicht so weit sind, ausbremsen lassen. Es ist MEIN Leben!!!

Danke, Arpad.
(20.07.2010 22:14 Uhr)
Roger: Selten habe ich auf so amüsante Art das Thema erklärt bekommen. Jetzt backe ich eine Pizza.
Danke.
(28.10.2004 14:58 Uhr)
 
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