ihr unterbewusstsein

Rezeptvorschlag: Wunderpizza nach Hausmacherart

Zehn Säcke Ausdauer

Das Leben ist wie ein manipulierte Überraschungsei: Der Mensch sagt bewußt oder (meistens) unbewußt einer Leghenne namens Natur, daß er ein neues G.d.H. (Geschenk des Himmels) haben wolle. So legt die Henne ein Ei und verlangt nicht einmal vom Auftraggeber, daß er dieses ausbrüten möge.
Allerdings erwartet die Natur - vollkommen zu Recht - vom Menschen, daß er doch bitte so lange warten möge, bis das Dingelchen geschlüpft sei.
Der weitere Ablauf ist dann typisch Mensch: Vorausgesetzt, er hat die Anleitungen bei Lebenssaft studiert und beginnt voll Begeisterung, auf die Erfüllung seiner ersten Wünsche hinzuarbeiten, so fragt er die Natur bereits nach einer Woche, warum die Schale immer noch keine Risse aufweise.
Nach zwei Wochen läuft er in seinem oder einem anderen Zimmer unruhig auf und ab, grübelnd, ob denn das mit Lebenssaft & Co. wirklich hinhauen möge.
Nach drei Wochen fängt er an, wie ein kleines Kinder zu quengeln, bis er endlich aufgibt und voller Rachegefühle für die Natur und Lebenssaft das vielleicht tatsächlich fast fertig ausgebrütete Ei in die Pfanne haut.
Wobei dies sehr verwunderlich ist, denn kein Mensch würde eine Pizza vorbereiten, diese in den Ofen schieben und nach ein paar Sekunden gleich wieder raus holen. Aber scheinbar bringen Menschen für eine Pizza mehr Geduld auf als für einen erfüllten Wunsch, wobei man sich auch darüber streiten mag, ob eine frische Pizza nicht einem erfüllten Wunsch gleichzusetzen ist. Allerdings geht dieser Punkt zu sehr ins philosophische.

Falls Sie, liebe Leserin, werter Leser, ganz rein zufällig irgendwie in diese Beschreibung passen (und tatsächlich trifft der Punkt des Nicht-Warten-Wollens auf SEHR viele Menschen zu), so seien Sie sich bitte im Klaren darüber, daß niemand von Ihnen verlangt, an einem Überlebenstraining in der Antarktis teilzunehmen, um die notwendige Ausdauer zu erweben.
Natürlich, schaden kann es gewiß nicht. Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, Lebenssaft in ein Touristenbüro oder in eine Fluggesellschaft umwandeln... aber diese wollen wir nicht an dieser Stelle erörtern.
Aber seien Sie sich bitte im Klaren darüber, daß ein guter Lebenssaft nun mal seine Zeit zum Gären benötigt, und daß der Gärprozeß ja nach Art des Saftes länger oder kürzer dauert. Sie können mit der Natur nun mal keine Termingeschäfte vereinbaren, und eventuelle Bußgelder einfordern, wenn sie nicht genau nach Ihrer Pfeife tanzt. Die Natur hat ihre eigenen Spielregeln, und sie sieht es nicht im Geringsten ein, daß, wenn sie Ihnen das Leben schon so einfach macht, sie sich so sputet, wie es Ihnen gefällt.

Wie schon in der Einleitung erwähnt worden ist: Schieben Sie die Pizza in den Ofen, seien Sie sich im Klaren darüber, daß ein eingeschalteter Ofen eine rohe Pizza in eine fertige Pizza verwandelt - und das wie und wann überlassen Sie dem Ofen.
Sie können diesem intergalaktischen Ofen ruhig vertrauen, denn es kommt nicht auf den Ofen an, der absolut zuverlässig und grundsätzlich rechtzeitig bessere Ergebnisse liefert, als Sie sich hätten träumen lassen, sondern ausschließlich die Pizza ist entscheidend.

Falls Sie aber trotz des Gesagten weiterhin voller Ungeduld und Nervosität wild zuckend vor dem Ofen sitzen und mit den Knöpfen spielen wollen, so seien Ihnen ein paar Tips mit auf den Weg gegeben, wie Sie Ausdauer zeigen und Geduld bewahren können.

  1. Werden Sie sich, so oft Sie von Zweifeln heimgesucht werden, über eine ganz einfache Tatsache bewußt: Alles, was Sie Ihrem Unterbewußtsein aufprägen, wird Realität, ganz egal, was um Sie herum geschieht. Er spielt keine Rolle, wer Sie sind, was Sie sind, in welcher Situation Sie auch stecken mögen - wenn Sie Ihrem Unterbewußtsein klar machen, es möge für die Lösung Ihres Problems sorgen, so wird es das tun.
    Denken Sie darüber so lange nach, bis der negative Gedanke aufhört, Sie zu beunruhigen
  2. Lesen Sie in den Geschichten bei Lebenssaft oder in den Büchern von Joseph Murphy, wie zuverlässig das Unterbewußtsein anderer für die Lösung derer Probleme gearbeitet hat.
    Dies ist übrigens nicht nur eine hervorragende Möglichkeit, Ihre Motivation bis zu einem Maximum zu steigern, sondern hilft auch, leichter mit Niederlagen umzugehen.
  3. Werfen Sie Ihr Problem der mangelnden Ausdauer auf Ihr Unterbewußtsein und fordern Sie klipp und klar, daß es Ihnen die nötige Ausdauer zuteil werden lassen möge.
    Spätestens am nächsten Morgen werden Sie über Ihre eigene Ruhe überrascht sein.
  4. Entdecken Sie eine neue Perspektive, finden Sie einen neuen Blick für die Situation.
    Nicht immer, aber doch relativ häufig steht die Wartezeit in Relation zu der Größe Ihres Wunsches.
    Zum Beispiel könnten Sie natürlich zu McDonalds gehen, um sich einen Hamburger rein zu stopfen, aber es steht außer Frage, daß ein mit Liebe zubereiteter Rehrücken mit Preiselbeeren und frisch gemachten Spätzle und einem frischen Salat etwas ganz anderes ist, der aber natürlich auch eine wesentlich längere Zubereitung erfordert.
  5. Wenn Sie gerade vom Gefühl der Ungeduld heimgesucht werden und erörtern wollen, ob Ihr Unterbewußtsein nun Ihren Wunsch überhaupt schon erhört hat, so ziehen Sie sich - vorausgesetzt, Sie haben die Möglichkeit - zurück, und konzentrieren Sie sich auf den Zeitpunkt, wenn Ihr Wunsch erfüllt ist. Sie sind krank und haben langsam Zweifel, ob Ihr Unterbewußtsein wirklich dafür sorgen wird, daß Sie gesunden? Schließen Sie die Augen, und stellen Sie sich solange vor, was Sie im gesunden Zustand machen würden, bis Ihre Freude über diesen Zustand jegliche Zweifel auffrißt.

Nachdem Sie die nötige Ausdauer erworben haben, könnten Sie theoretisch bereits zu diesem Zeitpunkt Ihre Pizza in den Ofen schieben, doch selbst wenn Sie die letzte Zutat auf den ersten Blick vielleicht für nicht so notwendig halten, darf Sie vor allem bei größeren Pizzen, die eine längere Backzeit mit sich bringen, auf keinen Fall ignoriert werden.

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Kommentare zu diesem Artikel

Smaragda Kalfopoulos: ja, genau!! Ich möchte so und so leben und will mich nicht ständig durch Leute, die noch nicht so weit sind, ausbremsen lassen. Es ist MEIN Leben!!!

Danke, Arpad.
(20.07.2010 22:14 Uhr)
Roger: Selten habe ich auf so amüsante Art das Thema erklärt bekommen. Jetzt backe ich eine Pizza.
Danke.
(28.10.2004 14:58 Uhr)
 
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