Rezeptvorschlag: Wunderpizza nach Hausmacherart
5 Kilo Gelassenheit
Falls Sie der Meinung sind, Gelassenheit sei doch das gleiche wie Geduld und folglich das gleiche wie Ausdauer, so gebe ich Ihnen prinzipiell Recht.
Doch in diesem Artikel wird Gelassenheit der Reaktion auf negative Ereignisse gleichgesetzt, ein so wichtiger Punkt, daß er eben gesondert behandelt werden muß.
Falls Ihnen bei den Worten "negative Ereignisse" das Herz wohin auch immer gerutscht ist, so kann ich Sie beruhigen, daß zumindest im psychologischen Sinne alles Friede, Freude und Pizza sein kann, gleich, wie die restliche Welt spinnen möge.
Dabei kann für Sie nicht nur die Sonne scheinen, wenn sich alles gegen Ihre Wünsche stellt, sondern dies ist sogar dringend erforderlich, damit Sie nicht eventuell in negative Gedanken verfallen und sich dadurch der Erfüllung Ihrer Wünsche selber im Wege stehen.
Natürlich haben Sie nichts zu fürchten, wenn Ihre Träume nur die Programmierung Ihres inneren Weckers oder der Suche eines Parkplatzes betreffen. Aber wenn es etwas Größeres sein darf, werden früher oder später Situationen auftreten, die bestenfalls entmutigend sind, und genau dann gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren.
Die Problematik liegt dabei einerseits in der Wirkungsweise des Unterbewußtseins, daß nur allzu oft Wege einschlägt, die auf den ersten Blick wie Niederlagen erscheinen, andererseits auch in Ereignissen, die zwar mit dem Weg zur Wunscherfüllung nichts zu tun haben, aber fälschlicherweise diesem zugeordnet werden.
Zur letzteren Aussage ein Beispiel aus der Kategorie "Und ewig lockt das Männchen". Nehmen wir an, Sie suchen einen Lebensgefährten. Sie teilen Ihrem Unterbewußtsein Ihren Wunsch auf bewährte Weise mit und gehen auch öfters aus, weil Ihr Verstand dies als recht gute Idee ansieht. Natürlich werden Sie Männer kennenlernen, vielleicht in einen verlieben, nur um festzustellen, daß es nicht der Richtige war. An dieser Stelle sollten Sie zwar wissen, daß Sie vor allem im Falle der Partnersuche keinerlei Vorhaben mit dem Verstand beschließen sollten, und vielleicht wissen Sie das ja auch, aber - "ewig lockt das Männchen".
Doch als ob der Schmerz über diese Niete noch nicht schlimm genug wäre, könnten Sie sich nun fragen, warum hat Ihr Unterbewußtsein Sie zu diesem Typen geschickt. Sie verfallen in destruktive Gedanken, kommen vielleicht ganz vom Glauben ab, und das nur, weil Sie dieses Ereignis der Führung Ihres Unterbewußtseins zuschreiben, daß Sie doch gar nicht dorthin geführt hat.
Das mag sich im Moment ja alles sehr vernünftig anhören, und vielleicht wollen Sie behaupten, Ihnen passiere so was niemals, aber machen wir uns nichts vor - vor allem wenn es um das andere Geschlecht geht, wären alle Wege recht, die Erfolg bringen könnten.
Aber aus solchen Situationen sollten Sie lernen, daß Sie grundsätzlich gewichtige Entscheidungen nur dann unternehmen, wenn auch Ihre Intuition seine Genehmigung erteilt. Bewahren Sie in solchen Situationen einen kühlen Kopf und werden Sie sich bewußt, daß Sie ohne göttliche Führung los marschiert sind, "er" es eben nicht gewesen ist, und was wesentlich besseres kommt.
Wenn Sie hingegen wochenlang über Ihren Wunsch meditiert haben und plötzlich etwas Negatives passiert, dann können Sie in der Regel sicher sein, daß dieser Schritt von Ihrem Unterbewußtsein unternommen werden mußte, um Sie der Erfüllung Ihres Wunsches näher zu bringen.
Bleiben wir doch bei dem Fall der Männer- oder Weibchensuche.
Mir selber ist es schon mehrere Male passiert, daß "sie" plötzlich wie aus heiterem Himmel da war.
Ich wußte intuitiv sofort "das ist sie". Offenbar sollte ich Recht behalten. Die Dinge entwickelten sich vollkommen automatisch bis. ja, bis sie plötzlich absprang, meistens auf so kuriose Weise, wie sie gekommen war. In solchen Situationen habe ich früher oft überlegt, was das bitte für eine Aktion von meinem Unterbewußtsein war. Hatten sich irgendwo negative Gedanken eingeschlichen, so daß ich auf diese Art und Weise bestraft werde? Hat von mir jemand eine Voodoopuppe angefertigt, um mir somit das Leben zu versauen?
Es dauerte bisher maximal 13 Tage, bis ein guter Grund für diese Niederlage vorlag: Mein Unterbewußtsein hatte eine bessere gefunden.
Natürlich mag sich da manch einer fragen, wozu derartige Niederlagen gut sein sollen, und ehrlich gesagt, habe ich darauf auch keine Antwort.
Aber darum geht es auch gar nicht. Tatsache ist, wenn Sie sich Ihrem Unterbewußtsein anvertrauen, so können Sie sich sicher sein, daß es die bestmögliche Lösung für Sie wählt, wobei die Wege des Herrn manchmal schon sehr abgefahren sind.
Derartige scheinbare Niederlagen finden sich natürlich nicht nur beim Jagen und Sammeln. Das gleiche Phänomen tritt zum Beispiel auch bei der Wohnungssuche auf.
So könnten Sie sich eine schönere Wohnung wünschen, suchen danach in den Zeitungen, finden nichts, und als Sie sich schon damit abgefunden haben, eben doch in Ihrer jetzigen Behausung bleiben zu müssen, kündigt Ihnen der Vermieter plötzlich den Vertrag, was scheinbar eine Niederlage darstellt. Sie müssen handeln, weil Sie sonst morgen auf der Straße sitzen. In Ihrer Verzweiflung schauen Sie gar nicht mehr in die Zeitung, sondern rufen gleich Ihre Bekannten an, ob Sie vielleicht dort Unterschlupf finden könnten. Natürlich hat der erste, bei dem Sie anrufen, gestern gehört, daß ein anderer Freund spontan aus seiner Wohnung ausgezogen ist, welche rein zufällig zu einem Spottpreis angeboten wird, und über Eigenschaften verfügt, die Sie begeistern, die Sie sich aber gar nicht mal gewünscht haben, zum Beispiel einen Pizzaofen.
Wenn Sie meinen, der Autor sei übermüdet und hätte im Moment eine etwas zu angeregte Phantasie, so kann ich Ihnen versichern, daß ich genau auf diese Art und Weise 1999 achtmal die Wohnung gewechselt habe, und in einer Stadt, wo alle sagen, es gäbe keine Wohnungen.
Natürlich treten solche Niederlagen auch in arbeitstechnischer Hinsicht auf.
Ein aufschlußreiches Beispiel liefert Arpad Fritsche.
Vor einigen Jahren war Arpad in einer kleinen Computerfirma angestellt, wo er zwar hart arbeitete, aber auf Grund der eigenartigen Geschäftspolitik seitens der Unternehmensleitung keine nennenswerten Erfolge verbuchen konnte. Auch die Bezahlung stand in keinerlei Relation zu seinen Leistungen.
Verständlicherweise machte sich Arpad einige Gedanken über einen Firmenwechsel.
Offenbar aktivierte er damit die Kräfte seines Unterbewußtseins, denn zwei Monate später wurde er gekündigt. Angeblich um Kosten zu sparen, doch ein triftiger Grund lag nicht vor.
Er stand plötzlich unter dem Zwang zu handeln, doch all seine Bewerbungen wurden auf Grund von Überqualifizierung, zu niedrigen Gehaltsvorstellungen und ähnlichen kuriosen Argumenten zurückgeschickt.
Arpad begann nun, aktiv sein Unterbewußtsein auf das Finden einer geeigneten Arbeitsstelle zu programmieren. Er verschickte keine Bewerbungen mehr im sicheren Gefühl "Der Job solle zu mir" und machte erst mal Urlaub.
Nach der Rückkehr aus seinem Urlaub war eine Lösung immer noch nicht in Sicht, und bis die kommen würde, würde er wohl eine Notlösung akzeptieren müssen, da ihm langsam die Geldreserven ausgingen - er bewarb sich bei einer Personalagentur.
Interessanterweise konnte ihn diese Firma sofort zu einem weltweit tätigen Unternehmen vermitteln, da dieses vor kurzem begonnen hatte, wieder Mitarbeiter einzustellen.
Damit nicht genug: Ein verdiente wesentlich mehr als vorher und konnte sich mit seinen Kenntnissen in der Firma frei entfalten, was ihm endlich die Anerkennung und den Erfolg brachten, die ihm zustanden.
Wir folgern aus dem bisher Gesagten: Wenn Sie auf Ihr Unterbewußtsein eingestimmt sind, und es passiert etwas Negatives, so kann dies nur daran liegen, daß es zu Ihrem Besten ist, oder daß Sie gemäß der logischen Einschätzung einer Lage und ohne auf Ihre innere Stimme zu hören sich in diese negative Situation gebracht haben. Doch auch der letztere Fall ist (hoffentlich) nicht zu schlimm. Zur Not haben Sie eben etwas draus gelernt.
Wenn Ihnen hingegen etwas Negatives passiert, und Sie sind nicht auf Ihr Unterbewußtsein eingestimmt - selber schuld.
Wenn Sie mehr Tips zum Thema Gelassenheit benötigen: Der Artikel "In der Ruhe liegt der Saft" kann Ihnen bestimmt weiter helfen.
Falls Ihre Hand langsam protestiert, Sie wolle wieder mal die Maus bedienen, um zu einer anderen Seite zu blättern - wir sind mit dem Punkt Gelassenheit noch nicht am Ende, denn es gibt noch die Spezialkategorie "Gelassenheit gegenüber Mitmenschen".
Negativer Erlebnisse auf dem Weg zum Erfolg kann nämlich auch das Geschwätz von Mitmenschen sein, die es angeblich immer nur mit einem gut meinen.
So sind es vor allem die nahen Verwandten oder die Familie, die die Pizza gerne vergiften.
Sei es, daß der Traum eines Kindes von den Eltern madig geredet wird, Frauenbewegungen durch Männer, die Angst haben, Ihre Macht zu verlieren, fast zerrüttet werden oder der Plan eines Mannes auszuwandern eine herben Dämpfer durch die Einwände seiner Gattin erfährt.
Aber: Wenn Sie wissen, Sie wollen diese Suppe nicht essen, dann lassen Sie sich das von keiner Oma dieser Welt ausreden!
Benutzen wir zu Veranschaulichung dieser These den hypothetischen Besuch einer Pizzeria.
Sie wissen von vornherein, sie wollen eine Calzone mit vorher leicht angebratenen Schinken, vier verschiedenen Käsesorten, frischen Pilzen, ohne Oliven und Artischocken. Das Lokal allerdings hat 20 Gerichte, die es heute unbedingt noch an den Mann oder die Frau bringen will. Nun redet der Kellner eine halbe Stunde auf sie ein, wie toll alle anderen Pizzen schmecken würden, daß Calzone überhaupt nicht für Sie gut sei und so weiter und so fort.
Hier zeigt sich innere Stärke beziehungsweise die Konsequenz, am einmal gewählten Wunsch festzuhalten.
Nebenbei: Wenn Sie Freunde haben, die Ihnen, falls sie Ihnen von Ihren Träumen und Methoden erzählen, "helfen" wollen, indem Sie Ihnen den Spaß an der Sache verderben, dann wissen Sie, was sie wirklich an Ihnen haben.
Bleiben Sie Ihren Wünschen treu! Sie sind der Mensch, mit dem Sie am meisten in Ihrem Leben zu tun haben - also sorgen Sie gefälligst dafür, daß Sie auch das bekommen, was SIE wollen - ohne dabei natürlich anderen weh zu tun.
Schauen Sie sich Oliver Kahn an.
Trotz der Bombardierung durch Bananen hat er weiter um die Spitze gekämpft und hat sie erreicht. Und Sie müssen sich ja gar nicht mal mit Bananen bewerfen lassen. Es reicht, wenn Sie das Geschwätz und die gut gemeinten Ratschläge ignorieren.
Andere wollen zweifellos nur Ihr Bestes, und genau das werden Sie ihnen nicht geben.
Aber wie wehren Sie sich nun gegen die negativen Suggestionen Ihrer Mitmenschen?
Nun, prinzipiell gibt es dafür eine recht einfache Lösung - Erzählen Sie niemandem von Ihren Träumen und daß Sie auch noch vorhaben, diese zu verwirklichen.
Doch fällt es den meisten sehr schwer, Geheimnisse, die gar keine sind und noch dazu zu Begeisterungsstürmen des Trägers drängen für sich zu behalten. Ganz problematisch wird es, wenn die Pläne gar nicht vor der Öffentlichkeit verborgen werden können. Als Beispiel dienen Frauenbewegungen, die ohne Öffentlichkeitsarbeit zu Frauenstillständen verkümmern, oder die Pläne von Männern, Pizza zu backen, nur daß dazu die Küche beschlagnahmt werden muß, und daß die Hüterin mit Nudelholz & Co. entschieden etwas dagegen einzuwenden hat.
In diesem Falle entscheidet die Stärke des Selbstvertrauens über Sieg oder Niedergang. Kein großes Problem für Menschen, die über selbiges Attribut verfügen, großes Problem für alle, die schon beim Blick eines schlechtgelaunten Beamten das Weite suchen.
Für letztere Fraktion gibt es nur eine Lösung: Wenn Sie Ihre teuflischen Absichten, einen Traum zu verwirklichen, partout nicht für sich behalten können, so müssen Sie dies die ersten Tage oder Wochen ganz einfach tun, und gegebenenfalls Ihre Meditationen im Wald oder Auto abhalten, bis nichts mehr Ihrem Selbstvertrauen und Ihrem Verlangen nach der Erfüllung dieses Wunsches stand halten kann.
Deswegen: Haben Sie sich erstmal für die Realisierung Ihres Traumes entschieden, lassen Sie sich von nichts und niemandem abhalten, sich diesen Wunsch zu erfüllen, so schwer es manchmal auch fällt. Halten Sie die Fahne des Saftes nach oben, immer nach dem Leitspruch: "Einmal Saft - Immer Saft!".
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Kommentare zu diesem Artikel
Roger: Selten habe ich auf so amüsante Art das Thema erklärt bekommen. Jetzt backe ich eine Pizza.
Danke. (28.10.2004 14:58 Uhr) | ||
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